2 Minuten Lesezeit Stand: Oktober 2026
- Verhandelbar ist nur der Energiepreis – Netzentgelte, Umlagen und Steuern sind bei allen Versorgern gleich.
- Der Festpreis bringt Planungssicherheit, Spot folgt dem Markt, die Tranche liegt dazwischen.
- Die richtige Form hängt davon ab, wie viel Schwankung Ihr Betrieb tragen kann.
Worüber überhaupt verhandelt wird
Eine Strom- oder Gasrechnung besteht aus vielen Posten. Der Versorger bestimmt davon nur einen Teil: den Energiepreis, also Beschaffung, Vertrieb und Marge. Netzentgelte, Umlagen, Abgaben und Steuern werden durchgereicht und sind bei jedem Anbieter gleich hoch.
Die Vertragsform regelt, wie der Energiepreis zustande kommt – und wer das Risiko trägt, wenn sich der Markt bewegt.
Festpreis
Sie vereinbaren einen festen Preis je Kilowattstunde für die gesamte Laufzeit, meist ein bis drei Jahre.
- Vorteil: volle Planungssicherheit. Sie wissen heute, was die Energie im nächsten Jahr kostet.
- Nachteil: Der Preis hängt am Tag des Abschlusses. Fällt der Markt danach, profitieren Sie nicht. Der Versorger preist sein Risiko außerdem mit ein.
- Passt zu: Betrieben, die mit festen Kosten kalkulieren müssen, und zu kleineren Mengen.
Achten Sie auf die Mengentoleranz: Viele Verträge binden an eine Jahresmenge mit einer Bandbreite, zum Beispiel zehn oder zwanzig Prozent nach oben und unten. Verbrauchen Sie deutlich mehr oder weniger, kann nachberechnet werden.
Tranchenmodell
Statt die ganze Menge an einem Tag einzukaufen, wird sie in mehreren Teilmengen zu verschiedenen Zeitpunkten beschafft. Der Preis ergibt sich als Durchschnitt.
- Vorteil: Sie hängen nicht an einem einzigen Stichtag. Gute Marktphasen lassen sich gezielt nutzen.
- Nachteil: mehr Abstimmung. Jemand muss entscheiden, wann welche Tranche gekauft wird – oder eine Regel dafür festlegen.
- Passt zu: größeren Abnahmemengen. Viele Versorger bieten das Modell erst ab einer bestimmten Jahresmenge an.
Spot
Der Preis folgt dem Börsenpreis am Kurzfristmarkt, bei Strom meist stündlich. Hinzu kommt ein fester Aufschlag des Versorgers für Abwicklung und Vertrieb.
- Vorteil: kein Risikoaufschlag für eine Preisbindung. In ruhigen Marktphasen ist Spot oft günstig; wer seinen Verbrauch in billige Stunden legen kann, spart zusätzlich.
- Nachteil: Die Kosten sind nicht planbar. In angespannten Marktphasen können die Preise stark steigen.
- Passt zu: Betrieben mit finanziellem Spielraum und möglichst flexiblem Verbrauch.
Beim Vergleich von Spot-Angeboten kommt es auf den Aufschlag an – also die Servicegebühr in ct/kWh – und auf den Grundpreis. Der Börsenpreis ist bei allen gleich.
Was zu Ihrem Betrieb passt
Drei Fragen helfen bei der Entscheidung:
- Wie stark dürfen die Energiekosten schwanken? Wenn ein schlechtes Jahr die Kalkulation gefährdet, spricht das für Festpreis oder Tranche.
- Wie groß ist die Menge? Je größer, desto eher lohnt sich der Aufwand einer gestaffelten Beschaffung.
- Können Sie Verbrauch verschieben? Wer Prozesse in günstige Stunden legen kann, holt aus einem Spot-Vertrag mehr heraus.
Mischformen sind möglich, etwa ein fester Sockel für die Grundlast und ein börsenorientierter Teil für den Rest.
So gehen wir vor
In der Ausschreibung fragen wir auf Wunsch mehrere Vertragsformen parallel an und stellen sie nebeneinander – mit den Jahreskosten je Angebot. Bei Spot-Angeboten rechnen wir mit einem angenommenen Börsenpreis, damit Sie die Größenordnung vergleichen können. Welche Form Sie wählen, entscheiden Sie.
Keine Lust auf Kleingedrucktes?
Schicken Sie uns Ihre letzte Rechnung. Wir sagen Ihnen, was in Ihrem Vertrag steht, wann Sie handeln müssen und was eine Ausschreibung bringt. Für Sie ohne Honorar.
Dieser Artikel gibt den Stand von Oktober 2026 wieder und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Maßgeblich sind Ihr Vertrag und die jeweils geltenden Vorschriften.
